77. Flashbacks-Brösel

1. • Ernest Borneman
Dank an Molto Menz, durch dessen Hinweis ich zu einem Ehrentag für den Filmer in Ernest Borneman nach Berlin eingeladen wurde.
Am 11. Juni wurden von 10 bis 18 Uhr im Auditorium des Pei-Baus intern Filme gezeigt, an denen Ernest Borneman mitgewirkt hat.
Für mich ein Höhepunkt, sein Auftritt in der Personality Show „Auf der Couch“ (1989) mit Wieland Backes. (Von dem wurde ich auch mal eingeladen, lehnte aber ab …). Backes zeigt Ernest einen Stapel von dessen Büchern, kommentiert Titel wie Buchumschläge mit einer hochgezogenen Augenbraue und wird von Ernest ausgekontert: „Alles was zwischen den Buchdeckeln ist, ist von mir. Die Titel und Titelbilder, teils abscheulich, sind von den Verlegern zu verantworten !“
Vor der Leinwand, auf der wir dies sahen, stand ein Stapel von Bornemans ‚Lüderlichem Leben‘-GrünZweig (Nr 179). Ich durfte die Anwsenden aufklären, daß ich das Cover für daneben halte – es aber dem Wunsche von Ernest entsprach. Ich habe nie verstanden, warum Ernest mich als Verleger für seine Festschrift ausersehen hatte … aber dies könnte eine Erklärung sein …
Für mich als Leser ist sein ‚Lüderliches Leben‘ jedenfalls einer der wichtigsten und besten Grünen Zweige.
Mehr zu Ernest im nächsten Brösel.

2. • Flashback auf Albert Hofmann‘s 100. Geburtstag
Dank für den Hinweis auf diesen Link, die Gesprächsrunde
„LSD und die Gegenkultur der sechziger Jahre in Europa“, mit Simon Vinkenoog †, Sergius Golowin †, *pi*, Günter Amendt †, Brummbär, Ronald Steckel, Urban Gwerder.

3. • Gambia
Als wir, zusammen mit Jean Trouillet, in den 80er und 90er Jahren wiederholt im Boucarabou Hotel in Gambia verweilten, erschien uns dieses Land anfangs paradisisch: ein Land ohne Milität, TV und Tageszeitung – aber gastfreundlichen Menschen und guter Musik. Die vorherrschende Gastfreundschaft bewegte mich zu meinem Gastfreundschafts-Buch ‚Willkommen‘ – mit unserm gambianischen LieblingsMangoBaum auf dem Umschlag. Dann gab es einen Putsch und seit dem gehts abwärts – wovon ja nicht nur die wachsende Zahl von Gambianischen Flüchtlingen und Asylbewerbern zeugt. Inzwischen fordert der LandesChef z.B. die Todesstrafe für Homosexuelle …:
http://www.faz.net/aktuell/politik/gambias-diktator-yahya-jammeh-verweist-eu-botschafterin-agnes-guillaud-des-landes-13642012.html?GEPC=s5

4. • Weltmusiken & Welten-Musiken
Mit Jean bastelte ich vor über 20 Jahren auch das Buch ‚WeltBeat‘. Zu diesem Thema schickte er mir nun folgenden Link: „15 Minuten, die sich wirklich lohnen, lieber Werner! Simon ist ein gute Bekannter und Herausgeber vom britischen Weltmusik-Magazin Songlines“ & recht hat er, der eine wie der andere.

5. • New Scientist Sponsor
In den 70ern und 80ern war das CoEvolution Quarterly, später Whole Earth Review, meine wichtigste InforQuelle für Themen im HUMUS wie für Grüne Zweige, wie z.B. Texte von Michael Ventura, John Michell und Heathcote Williams, aus denen später Grüne Zweige wurden. Letzte Woche blätterte ich mal wieder alle Ausgaben jener Zeitschrift(en) durch und fand erneut InfoSchätze für einige Freunde/Autoren und auch mich.
Seit einigen Jahren sind The Guardian und der wöchentlich erscheinende New Scientist die InfoQuellen, aus denen ich für eigene Projekte viel Anregungen finde, aus jeder Ausgabe aber auch mehrere Beiträge für andere Autoren und Freunde finde, die ausgewerteten Hefte dann noch weitergebe.
Problem: das Abo für den New Scientist läuft demnächst aus & ich kanns mir derzeit nicht leisten. Fürs vergangene Jahr hatte ich einen Sponsor, nun suche ich erneut einen …

6. • Christopher Lee †
Das MultiTalent von Film und Musik starb letzthin. He‘s gone, but not forgotten:

Christopher Lee reads THE RAVEN

GrünZweigGeburtshelfer & Formulator des Begriffes ‚MedienExperimente‘, Michael Pakleppa, gründete 1972 das ‚Grüne Kino‘, später einen Filmverleih, zog nach London und befreundete sich mit Christopher. Vor einiger Zeit vollendete er seinen Film ‚Angels in Notting Hill‘, für den er seit geraumer Zeit einen Verleih sucht. Es könnte sein, daß ihm sein Freund Christopher einen letzten Freundschaftsdienst erweist, denn ‚Angels‘ war dessen letzter Film. Drücken wir dem Projekt die Daumen:

https://www.facebook.com/angelsnottinghill
Christophers last words in ANGELS IN NOTTING HILL

7. • Lü-Leut Fotos
Vor rund 35 Jahren wollten mich die Lü-Leut besuchen. Da es in Löhrbach keine ebene Wiese für ihre Tipis gab, schickte ich sie ins Eiterbach-Tal – wo sie dann mit mehreren Tipis und Bauwägen ein halbes Jahr lebten. Werner Künzel wernerkuenzel@yahoo.de hat einige vom Camp an der Lichten Klinge Fotos wiedergefunden.

8. • Günstige GrünZweig-Ernte
Vormals mußte man von Büchern 2000 Exemplare drucken, damit der Stückpreis Sinn macht. Entsprechend viele Exemplare sind von einigen Büchern noch vorhannden, lagern in Keller und Scheune und das tut den Büchern nicht gut (Lagerspuren durch WellpappKartonsAbdrücke, Feuchtigkeit etc.).
Vor einiger Zeit habe ich jene Titel, von denen einfach zu viele hier lagern, also absehbar ist, daß ich sie als Handelsgut nie komplett unter die LeserInnen bringen werde, den jeweiligen AutorInnen angeboten: zu einem Preis ihrer Wahl. Das Angebot hat leider nur ein Autor angenommen.

So möchte ich dies nun auf aktuelle Grüne Abonnenten wie auch Lebensabonnenten des Grünen Zweiges erweitern.
LebensAbonnenten erhalten bei einer Abnahme von mindestens 12 Exemplaren eines Titels 77% Rabatt, andere Abonnenten fette 66%. (Jeweils plus Porto). Das Angebot gilt, solang der Vorrat reicht…

Es handelt sich um folgende Titel…

Grüne Zweige:
Ernest Borneman: Ein lüderliches Leben
Kay Hoffman: Der begeisterte Körper
Kay Hoffman: Heilsame Erschütterungen
Paul Williams: Dieses großartige Rock‘n‘Roll Gefühl
Toubab Pippa: Von der Bosheit im Herzen – Namibia
Micky Remann: Der Gobaltrottel
Micky Remann: Der Ozeandertaler
Micky Remann: Solar Perplexus
Christian Rätsch: Kinder des Regenwaldes
Ludmilla Tüting: Menschen. Bäume, Erosionen
Luisa Francia: Warten auf Blaue Wunder
Luisa Francia: Nix in New York
Werner Pieper: Willkommen!
Werner Pieper: Ene mene mopel – die Nase und der Popel
Werner Pieper: Die deutsche Kakerlake
Werner Pieper: Maximum Respekt
Werner Pieper: Musik & Zensur in den diversen Deutschlands
Renate Waschek: Dieses kleine Stückchen Watte (Tampons)
Moritz R: Popkatalog
Mohammed Mrabet / Paul Bowles: M‘Hashish – Marrokkanische Haschischgeschichten
Bill Levy: Politische Pornos
Michael Ventura: Der total normale Wahnsinn
Rolf Schwendter: Rosa Luxemburg im Botanischen Garten (Liederbuch)
Rüdiger Bloemeke: Der Anfang vom Untergang des Abendlandes
Heathcote Williams: Der Immortalist

Edition RauschKunde:
Ronald Rippchen: Reefers Digest, das Hanf-Lesebuch
Amy Ralston: Die XTC-Verschwörung
Werner Pieper: Highdelberg
Weiter Piepper: Die Geschichte des Opium
Michael Küttner: Der Geist aus der Flasche
Nina Graboi: Mit einem Fuß in der Zukunft
Hartwich: Haschisch anno 1911
Freiherr von Bibra: Haschisch anno 1855
Falko Hennig: Springfield auf Trip

9. • Ursula LeGuin
In den 70ern schrieb ich regelmäßig Rezensionen von angesagter Science Fiction, vor allem von John Brunner und Ursula LeGuin, für Sounds und andere Magazine.
So kam die Rezension des Buches ‚Die Enteigneten‘ (= ‚The Dispossessed‘) in der aktuellen Ausgabe von Konkret wie ein Flashback. „Ihr könnt die Revolution nicht machen. Ihr könnt nur die Revolution sein. Sie ist entweder in euch oder sie ist nirgends“, wird da aus dem Text zitiert. Und über Ursula LeGuin heißt es u.a.: „‚Die Enteigneten‘ ist eine der großartigsten Utopien, die je entworfen wurden – und zwar nicht nur wegen der großartigen intellektuellen Tiefe, sondern weil sie Makel hat und riecht und schmerzt, kurz, lebt. Selten ist ein Nirgendsort so detailliert geschildert, ein genialer Geist so verständig charakterisiert worden…“
Ich hab mir diese Geschichte vom Planeten Anarres nun nach 40 Jahren nochmal als Lektüre gewählt und … lies es selber & staune.

10. • Rainer Sieber
Japanisches Tee-Haus, Makrobiotisches Restaurant in der Marstall-Straße, Green Mushroom im Release, Autor & Grafiker des Grünen Zweiges 71: Gebete für meine Freunde, mit so zeitlosen Schmankerln wie:
„Ich habe alles
was ich brauche
und
was ich nicht brauche.“
„Was machst Du denn
mit dem, was Du
nicht brauchst?“
„Ich ergänze es ständig…“

… und dann tauchte er nach Italien ab und ward hier nicht mehr gesehen.
Falls Du ihn auf dem Radar hast: liebe Grüße aus dem Odenwald!
Und: Ich würde gerne das Gebets-Heft neu auflegen.

Nun fing sich im Netz folgender Beitrag der Märkischen Allgemeinen:
Die Heimkehr der kleinen Glocke
http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Potsdam-Zwei-Brueder-hueteten-ein-Teil-des-Garnisonkirchen-Glockenspiels

11. • Danke
Seit geraumer Zeit begrünt Efeu & Wein die Fassade der Alten Schmiede. Vor geraumer Zeit eroberte & verstopfte das Grün auch massiv die Regenrinnen. Mit einer Stativgartenschere konnte ich ein paar Meter Rinnen sauber halten, aber die Abflüsse verstopften … ein Problem. Auf der Hausrückseite schaffe ich das mit ner Leiter, aber vorn wurde es ein Peoblem.
Am sonnigen letzten Sonntag im Juni verlegte, auf Hinweis unserer Nachbarin Julia, die Freiwillige Feuerwehr ihre regelmäßige ‚Übung‘ an die Schmiede, in der sie ja in den 80ern zwei Brandstiftungen gelöscht hatte & säuberte mir die gesammte Rinne samt Abflüsse. Sie kamen mit 12 Mann – von denen einige noch nicht auf der Welt waren, als ich nach Löhrbach zog – , zwei Wägen & guter Laune. Als ich fragte, ob sich einer von ihnen noch daran erinnere, daß hier die Schmiede war, strahlt mich einer von ihnen an: „Mein Opa war der letzte Schmied!“

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